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Gegen den Autobahnanschluss am Güterbahnhof

In einem Gastbeitrag in "Die Ostschweiz" bezeichnet  Manfred Trütsch,  Präsident des ACS St. Gallen – Appenzell, die Gegnerinnen und Gegner der Teilspange indirekt als "dumm". Er findet, dass die überzeugenden Argumente gegen das Projekt fehlen und mein weiter: "Opposition und Obstruktion aus Prinzip ist immer möglich, wenn man bedenkt, dass gegen die Dummheit selbst die Götter vergebens kämpfen."
Seine Argumente halten wenig stand.

Er hält es für richtig,  dass der Verkehr in den Städten unter den Boden gehört. Er denkt dabei nicht an die fehlenden Deponien für den Aushub, die immens langen Bauzeiten und die hohen Kosten.

Seine konkreten Argumente

Ein grosser Teil des Durchgangsverkehrs wird unterirdisch abgewickelt. Damit bekommen der öffentliche und der Fuss – und Veloverkehr auf dem Stadtgebiet St. Gallen mehr Platz.

Es wird kaum Platz gewonnen. Im Gegenteil: Die Knoten, neuen Stauräume und Verflechtungen fressen geradezu den Platz im Bereich Geltenwilenstrasse–St.Leonhardsbrücke weg. Es bleibt kein Raum für bessere Velo- und Fussverkehrslösungen als heute. Die Teufener Strasse wird auch weiterhin von Linienbussen befahren und muss für Umleitungen im Fall von Tunnelschliessungen zur Verfügung stehen. Eine Querschnittreduktion liegt daher nicht drin.

Das Projekt verlagert einen Teil von Innerorts- auf Autobahnstrecken. Dadurch gibt es weniger Unfälle.

Weil sich die Anzahl Knoten nicht reduziert, sich deren Komplexität vielmehr erhöht, ist oberirdisch nicht mit einer Unfallreduktion zu rechnen. Noch 2012 wurde der unterirdische Kreisel vom Astra "aus sicherheitstechnischen Überlegungen" abgelehnt.

Weniger Staus und kürzere, grösstenteils unterirdische Fahrten wirken sich positiv auf die Lärm- und Luftbelastung aus.

 Die Belastung von Luft und Klima reduziert sich nicht. Auch unterirdisch erzeugte Abgase treten irgendwann und irgendwo ins Freie.
Dass sich im Bereich des Anschlusses Güterbahnhof die Staus reduzieren, ist zu bezweifeln. Aufgrund des komplexen Knotens – auch zusammen mit dem Velo- und Fussverkehr – entstehen mehr Verkehrsbeziehungen, welche wiederum mehr Lichtsignalschaltungen und somit Rotphasen erzeugen.

Nebst mehr Platz bieten sich neue Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung rund um das Güterbahnhofareal.

Das Güterbahnhofareal lässt sich ohne dem Bau des Autobahnaschlusses wesentlich einfacher und besser entwickeln. Neben der Blockade des unterirdischen Raums benötigen auch die Zufahrten, Rampe und Tunnelportale viel Platz, der für eine städtebaulich gute Entwicklung fehlt.

Die neue unterirdische Linienführung zum Autobahnanschluss ist nicht nur von weniger Stau betroffen, sie ist auch kürzer. Das führt zu einer kürzeren Reisezeit.

Mit dem Bau des Ruckhaldetunnels und dem 15min-Takt der S-Bahn wird der Bevölkerung von Teufen und Bühler bereits eine beträchtliche Reisezeitverkürzung geboten. Zudem führt die S-Bahn stressfrei direkt ins Stadtzentrum, die Parkplatzsuche bleibt einem erspart. Die messbare Distanz ist kaum kürzer.

Weitere Argumente gegen den Autobahnanschluss Güterbahnhof und den Liebeggtunnel