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Teilspange Güterbahnhof–Liebegg St.Gallen
Kein Autobahn-Anschluss am Güterbahnhof

Ein neues nationales Netzwerk von Autobahn-Ausbau kritischen Organisationen entsteht

Das neue Netzwerk feiert die Publikation einer gemeinsamen Resolution per Videokonferenz. Zu den zwölf beteiligten Organisationen gehört auch das «Komitee gegen den Autobahnanschluss Güterbahnhof St.Gallen».

Seit Jahrzehnten organisiert sich der Widerstand aus der Bevölkerung in vielen Teilen der Schweiz gegen den Ausbau von Autobahnen und Autostrassen. Etliche dieser Organisationen haben in letzter Zeit Volksabstimmungen gewonnen oder politische Prozesse so beeinflusst, dass Strassenprojekte überarbeitet oder sogar ganz überdacht wurden: «Rosengarten Nein» (Zürich), «Westast-so-nicht» (Biel), «GegenBewegung Spange Nord» (Luzern). An diesen Erfolgen will das neue Netzwerk anknüpfen und aufzeigen, dass ein sehr grosser Teil der Bevölkerung Strassenprojekte ablehnt, wenn die Gefahr besteht, dass dadurch zusätzlicher Verkehr generiert wird.

Die Erfolge der Opposition gegen neue Strassen zeigen, dass die Verantwortlichen in Bund, Kantonen und Gemeinden immer noch oft am Volk vorbei politisieren, wenn es um die Verbreiterung und Neuschaffung von Strassenfläche geht. Um voneinander zu lernen, und um sich gegenseitig zu unterstützen, zu beraten und zu bestärken, schliessen die Organisationen sich jetzt zu einem nationalen Netzwerk zusammen.

Das neue Netzwerk tritt heute an die Öffentlichkeit und publiziert seine gemeinsamen konkreten Forderungen an die Verantwortlichen bei Bund, Kantonen und Gemeinden in Form einer Resolution. Damit soll aufgezeigt werden: Die Zeit für Strassenausbau ist abgelaufen. Der Schutz der Menschen, der Natur und des Klimas hat jetzt Vorrang. Die Resolution wurde von insgesamt 12 lokalen Organisationen unterzeichnet, darunter auch vom «Komitee gegen die Teilspange Güterbahnhof St.Gallen».

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Video-Gründungskonferenz des Nationalen Netzwerks gegen den Bau weiterer Autobahnen

Opposition gegen die Teilspange Güterbahnhof

St.Gallen ist mit dem «Komitee gegen die Teilspange Güterbahnhof St.Gallen» Teil dieses Netzwerks. Dieses Komitee hat bereits vor rund zwei Jahren, als das Projekt zur Autobahn-Engpassbeseitigung St.Gallen in der letzten aktualisierten Version vorgestellt wurde, auf der Website www.teilspange.ch Argumente und Artikel gegen den Autobahnzubringer gesammelt.

Neben dem Hauptargument Klimaschutz und anderen, von den Befürwortern oft als ideologisch bezeichnete Gründen, nennt das Komitee zehn weitere, sachliche Argumente, die gegen die Teilspange sprechen. So kritisiert es die hohen Kosten und die späte «Lösung» für ein angeblich akutes Problem. Dass die Teilspange nur den Verkehr zur Autobahn von und nach Zürich aufnimmt, sollte selbst unter den Verfechtern des uneingeschränkten Autoverkehrs Zweifel ob der Richtigkeit der Massnahme hervorrufen.
Vom St.Galler Stadtrat fordert das Komitee gegen die Teilspange, dass er sich im Sinn seiner Bevölkerung beim Kanton und Bund gegen die Teilspange ausspricht, haben sich doch die städtischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Verkehrsfragen bereits mehrfach gegen des Ausbau von Strassenverkehrskapazitäten ausgesprochen. Die geplante Verbindung wird das Gesamtvolumen des MIV in St.Gallen sicher weiter wachsen lassen, weil neue Kapazitäten immer auch neue Bedürfnisse wecken.

Resolution des nationalen Netzwerks

Jetzt Verkehr reduzieren statt neue Strassen bauen!

resolution jetzt verkehr reduzierenMehr Strassen führen zu mehr Verkehr. Der Autoverkehr muss angesichts der Klimakrisereduziert werden.
Nachhaltige Mobilität geht haushälterischer mit der vorhandenen Verkehrsfläche um.

Staus signalisieren, dass der Plafond des motorisierten Individualverkehrs erreicht ist. Die Menschen sollen nicht noch mehr Lärm und Abgasen ausgesetzt werden.

Unsere Forderungen:

  •  Bund, Kantone und Gemeinden sollen für eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs sorgen und auf den Ausbau des Strassennetzes verzichten.
  • Ökosysteme, Bäume, Wildtiere, Kulturland, Landschaftsbild und Lebens- und Wohnqualität sollen vor der Zerstörung durch neue Strassenflächen geschützt werden.
  • Es dürfen keine Autostrassen und Autobahnen ohne Zustimmung der vor Ort betroffenen Bevölkerung gebaut werden.
  • Bei der Luftreinhaltung und beim Lärmschutz soll mindestens die vorhandene Gesetzgebung
    konsequent umgesetzt werden.
  • Öffentliche Mittel sollen nur noch in die Verkehrswende hin zu nachhaltigen Mobilitätsformen
    und in die Reduktion von Mobilitätsbedürfnissen investiert werden.

Nötige Massnahmen:

  • Förderung des Fuss- und Veloverkehrs
  • Erhaltung und Förderung von Dienstleistungen, Service Public und Arbeitsplätzen in den Randregionen
  • Stärkung von Homeoffice-Modellen
  • Förderung von Car-Pooling
  • Abschaffung von Fehlanreizen wie Steuerabzügen für längere Autodistanzen

Resolution als PDF

Unterzeichnende Organisationen

Wir bilden ein nationales Netzwerk gegen den Ausbau von Autostrassen und Autobahnen, um voneinander zu lernen und einander zu bestärken: