
Die Jahresausstellung der Denkmalpflege 2026 der Stadt St.Gallen steht unter dem Titel «Kleine Architektur – grosse Geschichten». Gezeigt werden vierzehn ausgewählte Kleinbauten im öffentlichen Raum der Stadt. Als Keyvisual – also als Titelbild – wählte die Denkmalpflege der Stadt St.Gallen die ehemalige Elektro-Unterstation bei der St.Leonhard-Brücke. Das ist jenes Bijou, das dem neuen Autobahnanschluss am Güterbahnhof im Weg steht und daher verkleinert werden soll – oder beschönigt ausgedrückt: wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden soll (siehe Bild).
Jahresausstellung der Denkmalpflege 2026
Das markante Gebäude wurde 1900 im Stil eines florentinischen Landhauses (Architekt Leonhard Kilchmann) als Unterstation für die Elektrizitätswerke der Stadt St.Gallen erstellt. Die Lage des ursprünglich symmetrischen Baukörpers als prägnanter Abschluss der Vadianstrasse sowie am Kopf der St.xLeonard-Brücke hat grosse städtebauliche Bedeutung. Das reichhaltig gestaltete Bauwerk ist im Stadtraum ein wichtiges Symbol für die erstmalige Elektrifizierung. In dieser Unterstation wurde mit Transformatoren der Wechselstrom in den damals üblichen Gleichstrom umgewandelt. Nach dem Bau weiterer Unterstationen und der Umstellung auf Wechselstrom verlor der Standort jedoch an Bedeutung. Seither werden die Räume als Fotostudio oder Musikproberäume genutzt.
Die Jahresausstellung der Denkmalpflege läuft vom 9. September bis 2. Oktober 2026 im 1. Obergeschoss des St.Galler Rathauses.